Rogue One

Es hat ein bisschen gedauert. Nachdem ich schon letzte Woche Donnerstag in Rogue One war musste ich wirklich überlegen was ich von dem Film halte. Mein erster Eindruck war auf jeden Fall nicht sonderlich gut. Ob sich das über die Tage geändert hat?

 

Rogue One möchte kein klassischer Star Wars Film sein. Das merkt man schon in den ersten Sekunden wenn anstatt der gelben Schrift vor dem Sternenhimmel direkt der Film beginnt. Doch so sehr bricht der Film dann doch wieder nicht mit Star Wars. Denn auch hier sehen wir den Zoom aus dem Weltraum auf ein fliegendes Raumschiff. Sprich man hat die gelbe Schrift und die berühmte Star Wars Melodie weggelassen aber fängt dann genauso an wie jeder andere Star Wars Film auch. Hier war ich schon echt skeptisch. Das ist so halbherzig und inkonsequent. Außerdem bringt es dem Film nichts wenn man den ersten Gänsehaut Moment eines jeden Star Wars Films weg lässt.

Doch auch die Szenen danach werden nicht besser. Statt sich wie gewünscht von Star Wars zu distanzieren, haben wir da ein junges Mädchen, dass ohne ihre Eltern aufgewachsen ist und zur Heldin des Films wird. Wie Luke oder wie Anakin oder wie Rey… Rogue One erzählt auch hier wieder die selbe Geschichte. Vielleicht mit ein paar anderen Details aber im ersten Moment kommt einem das doch sehr bekannt vor.

Ansonsten läuft der Film so vor sich hin. Nach und nach findet sich eine Gruppe von Leuten zusammen die auf der Seite der Rebellion gegen das Imperium kämpfen. Die Grundgeschichte basiert dabei auf einem kleinen Nebensatz der im ersten Star Wars Film gefallen ist „Viele gute Menschen haben ihr Leben gelassen um an diese Pläne zu kommen“. Die Pläne um die es geht sind die Pläne des Todessterns. Also die mit dem geheimen Lüftungsschacht der zur Zerstörung geführt hat. Der Film erzählt jetzt die Story wie die Rebellen an diese Pläne gekommen sind. Dabei hat er aber ein riesiges Problem.

Das Problem des Films sind seine Figuren. Es gibt nur wenig Chemie zwischen all den Charakteren und oft weis man nicht mal genau warum sie eigentlich so handeln wie sie handeln. So gibt es den Kung Fu Mönch Chirrut und seinen Söldnerfreund Baze. Beide Namen musste ich übrigens im Internet suchen weil sie mir im Film einfach nicht hängen geblieben sind. Egal. In einem Straßenkampf kommen sie der Heldin Jyn zu Hilfe. Wobei sie weniger ihr helfen als viel mehr das Imperium bekämpfen das die Stadt besetzt hat. Und ab da sind alle die besten Freunde.

Ja irgendwie macht es ein wenig Sinn warum sie jetzt gemeinsam reisen aber auch nur so irgendwie. Man merkt nicht, dass sie für eine gemeinsame Sache kämpfen oder aus Überzeugung handeln. Man erfährt nichts über die Vergangenheit der beiden Figuren und warum sie das Imperium bekämpfen. Gut das Imperium hat irgendwie den Tempel besetzt in dem der Mönch gelebt hat. Aber so richtig klar wird das auch nicht. Was Baze als Söldner damit zu tun hat ist noch viel undurchsichtiger.

Noch schlimmer ist eigentlich nur ein imperialer Pilot der irgendwann zum Team stößt. Er redet davon, dass er das Imperium verraten hat weil er seine Fehler wieder gut machen muss. Welche Fehler er meint? Keine Ahnung. Es wird auch nicht klar welche Rolle er im Imperium gespielt hat. Seine ganze Vergangenheit bleibt auch hier unklar.

Ich kann eigentlich nur sagen, dass die ganzen Charaktere unglaublich schlecht geschrieben sind. War ich am Anfang in den Trailern noch von Felicity Jones als Jyn angetan so muss ich nach dem Film sagen, dass sie mir total egal ist.

Der Höhepunkt des schlechten Charakterdesigns ist dann aber die Endschlacht. Erinnern wir uns an Rückkehr der Jediritter. Im Weltraum kämpft Lando Calrissian gegen den Todesstern, am Boden versuchen die Rebellen um Han, Leia und Chewy den Schild zu deaktivieren und auf einem Sternenzerstörer ringt Luke mit dem Imperator und Darth Vader. In Rogue One haben wir eine ähnliche Aufstellung. Sie krankt aber daran, dass viele Schauplätze keine Führungsfigur haben.

Im Weltraum kämpfen die Rebellen gegen das Imperium. Das Gesicht des Kampfes ist General Ackbar. Also vermutlich. Im Film wird sein Name nicht genannt, ihr solltet ihn also aus anderen Filmen kennen. Kleiner Tip. Es ist der Typ der den berühmten Satz „It’s a trap“ gesagt hat.

 

 

Ja er ist das Gesicht der Weltraumschlacht und er ist auch nicht viel präsenter als in Rückkehr der Jediritter. Man könnte es als Fanservice sehen. Aber irgendwie auch nicht.

Die Fliegerstaffeln aus X-Wing und Y-Wing die am Boden kämpfen haben nicht man eine unbedeutende Nebenfigur bekommen. Viel mehr bekommt man gefühlt immer andere Piloten zu sehen die irgendwas sagen.

Ach es ist einfach alles so schlecht. Ja die Effekte sind toll und die Bilder sind es auch. Doch würde nicht Star Wars auf dem Film stehen könnte man das alles in die Tonne treten. Im Prinzip zieht der Film all seine Story daraus, dass man die anderen Filme kennt und entsprechend einordnen kann was man da sieht. Der Film selbst gibt sich nicht viel Mühe das selbst zu machen. Aber gerade weil der Film dann eben auch versucht kein Star Wars Film zu sein wird es schwierig.

Ich hatte ja schon am Anfang erwähnt, dass man in diesen „Ich will aber kein Star Wars sein“ total inkonsequent ist. Zum Beispiel sieht man kurz mal Darth Vader. Er bekommt aber nicht seine Darth Vader Musik. Man sieht Senator Organa aus Episode 3, man sieht kurz C3PO und R2D2. Man sieht die beiden Typen die Luke im ersten Star Wars in der Cantina anpöbeln. Man sieht good old Großmoft Tarkin und Prinzessin Leia per CGI eingefügt…

All das schreit nach Star Wars und doch wehrt sich der Film mit Händen und Füßen dagegen Star Wars Feeling zu versprühen…

 

Hach, hätte man doch einfach die Charaktere besser ausgearbeitet 🙁

 

PS: Der beste Charakter ist übrigens der Roboter im Team. Er hat mehr Persönlichkeit als alle Schauspieler zusammen und spielt den menschlichen Cast locker an die Wand! Oscar für die beste Nebenrolle bitte an K-2SO!

 

PPS: Man hat es auch mal wieder verkackt ein cooles Raumschiff zu schaffen das man mag. Es hat keinen Namen. Es gibt keine Großaufnahmen. Man fühlt sich nicht so als wäre das das zweite Zuhause der Hauptfiguren. Seit dem Rasenden Falken sollte man doch begriffen haben wie wichtig ein gutes Raumschiff ist. Der Doctor hat seine TARDIS, Commander Shepard die Normandie und Han Solo den Falken… die Raumschiffe sind ein Symbol für die Figuren.

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