Devilian

 

Trion hat neben Rift welches ich bekanntlich sehr lange gespielt habe ein neues MMO am Start. Devilian ist am 10. Dezember in Europa und Amerika erschienen und ich habe mit einer Freundin nun mal ein paar Tage rein geschaut. In Korea ist es wohl schon länger auf dem Markt und wurde wohl auch dort entwickelt. Sprich es ist eigentlich nur für den westlichen Markt angepasst.

 

Spielgefühl

Devilian ist kein MMO im klassischen Sinne sondern mehr eine Art Diablo. Man steuert seinen Charakter per Klicks auf den Boden oder wahlweise auch per WASD Steuerung. Man bewegt sich aber nicht frei und die Kamera schaut immer von oben auf das Geschehen. Genauso ist es typisch, dass man in Hack and Slay Tradition sehr viele Monster verprügelt um an den Loot zu kommen.

Gepaart wird das mit sehr vielen Quests die vermutlich eine Geschichte erzählen. Ist das Intro, welches etwa 10 Minuten dauert, aber erst vorüber besteht die Story nur noch aus langweiligen Texten. Selbst das Intro überzeugt dabei nicht wirklich durch Story. Immerhin gibt es aber eine Cutscene. Welche vermutlich nur im Spiel ist um eine Elfe zu zeigen die mit wackelnden Brüsten an eine Säule gekettet ist…

 

 

Aber naja. Irgendwie gab es wohl einen bösen Gott. Der wurde von einen guten Gott angegriffen. Dieser scheiterte aber den bösen Gott zu töten. Er verwundete ihn nur und das Blut des bösen Gottes fiel auf die Erde und gab den Menschen Dämonische Kräfte. Nun war es an den Menschen den bösen Gott zu besiegen. Das schafften sie auch und alle waren glücklich. Nun kommt aber irgendein neues böses Ding und die Devilian, so heißen die Dämonen Menschen, müssen erneut ran.

Mehr muss man nicht wissen. Wer dachte Diablo hat wenig Story der wird hier eines besseren belehrt. Dabei ist es irgendwie traurig, dass Diablo 2 welches über 15 Jahre alt ist, mit ganzen 30 Quests und 5 Cutscenes eine stimmigere Welt geschaffen hat. Mit liebenswürdigen Charakteren und Gegenden die man gern besucht hat. Devilian wirft dem Spieler zwar jede Mensche Charaktere, Gegenden und Dungeons vor die Füße aber keiner davon hat irgendeine Bedeutung.

 

Charakterklassen

Etwas enttäuscht war ich auch bei der Charaktererstellung. Wir haben ganze 4 Klassen. Einen Krieger, einen Schurken / Ninja, einen Zauberer und eine kleine Elfe mit einem magischen Gewehr. Dabei ist für mich direkt der Berserker-Krieger weg gefallen denn das ist ein riesiger Typ. Kleine Elfe mit Gewehr klang für mich ganz gut. Klang besonders. Wo kann ich denn einen männlichen Charakter daraus machen? Geht nicht? Wir haben 2016 und ich kann nicht mal das Geschlecht meines Charakters wählen?

Also bleibt für mich nur der Schurke. Die Magierin ist auch weiblich. Bald kommt wohl noch eine Klasse mit Sense. Auch weiblich. Hurra!

Nachdem ich nun Level 40 von 52 bin fällt auf: Es gibt verdammt wenig Fähigkeiten. Jede Klasse hat 4 Grundfähigkeiten. Diese können weder verbessert noch sonst wie angepasst werden. Sprich sie fallen zu großen Teilen bald von der Skillleiste da sie zu schwach sind. Einzig meinen Grundangriff habe ich behalten weil dieser keine Energie verbraucht und meinen Stun.

Daneben besitzt jede Klasse auch 3 Talentbäume mit jeweils 5 Fähigkeiten. Diese können auch noch erweitert werden. Die Erweiterungen sind aber auch sehr langweilig und gehen über mehr Schaden oder längere Wirkung nicht hinaus. Das wäre in Ordnung wenn die Skills spannend wären. Aber auch hier patzt Devilian. Ich meine Diablo 2 hat uns auch hier vor 15 Jahren schon gezeigt was man machen kann…

In Devilian gibt es keine Skills um Kreaturen zu beschwören. Keine Verwandlung. Keine Auren. Keine Combos. Keine Geschütze die man aufstellen kann. Keine Leichenexplosion. Keine Debuffs. Mein Schattenjäger kann auf Shuriken spezialisiert:

Einen Shuriken werfen der explodiert. 3 Shuriken werden die zu mir zurück kommen. Einen großen Shuriken werfen der kurz auf der Stelle rotiert. Feinde zurückstoßen. Feinde verlangsamen. Das sind alle Skills in diesem Baum. Verlangsamen und der große Shuriken haben einen lange Cooldown. Im Prinzip werfe ich immer nur die explodierenden Shuriken und alle paar Sekunden meine 3 Shuriken. Mehr gibt dieser Baum nicht her.

Bei anderen Klassen sieht es ähnlich übel aus.

 

Devilian

Das Spiel versucht das ganze noch zu retten in dem man sich in einen Devilian verwandeln kann. Einen Dämonen. Dann bekommt man andere Fähigkeiten. 4 Stück. Leider benutze ich die Verwandlung selten bis nie denn keiner der Skills passt in meine Spielweise. Am Ende sind das auch keine besonders mächtigen Skills sondern normale Angriffe wie der Rest auch. Man bekommt keine Superkraft und zerstört den ganzen Bildschirm. Nein. Daher fühlt sich die Verwandlung auch zu keiner Zeit mächtig oder nützlich an.

 

PvP

Lustig ist auch das PvP. Gefühlt stirbt man instant. Überall fliegen CC Effekte und Fernkämpfer haben mehr Reichweite als der Bildschirm zeigen kann. Es fehlt einfach der HP Pool um überhaupt reagieren zu können. Wenn mehr als ein Gegner schießt ist man eigentlich sofort tot. Und da in Devilian alle Fähigkeiten AoE Fähigkeiten sind ist für Nahkämpfer allein schon der Weg zum Gegner Selbstmord. Bis jetzt warte ich immer darauf, dass mein Grab/Stun bereit ist und ich einen Feind in unseren AoE ziehen kann. Dann bleibe ich 18 Sekunden und Deckung und dann starte ich erneut.

Ich könnte auch auf Fernkampf skillen aber das macht keinen Spaß weil der Shuriken Baum so langweilig ist. Der Schatten Baum ist halt minimal interessanter.

 

PvE

Die Dungeons sind auch ein bisschen seltsam. Die Gruppen sind auf 3 Spieler ausgelegt. Der Berserker ist dabei eine Tankklasse. Es geht aber auch ohne ihn. Der Beschwörer kann heilen. Es geht aber auch ohne ihn. Man kann auch alle mit DPS lösen.

 

 

Solche Dinge halte ich immer für schwierig. Wenn es keine klaren Regeln gibt wie man einen Dungeon machen sollte, dann ergibt sich zwangsläufig eine Art die am Besten ist. Aktuell scheint es wohl so, dass reine DPS am besten Funktioniert. Das ist schlecht für Tanks denn die bremsen die Gruppe nur.

Man kann die Dungeons sogar allein machen. Mit einer Gruppe geht es meist schneller und sicherer aber die Dungeons kann man auch allein betreten. Dann haben die Feinde weniger Leben. Das ist aber auch blöd weil man keine komplexen Mechaniken bauen kann. Man muss die Bosse so gestalten, dass jede Art von Gruppe sie besiegen kann. Das bedeutet bis zu meinem aktuellen Stand: Die Bosse können wenig bis gar nichts. Hier und da liegen mal ein paar Felder auf dem Boden denen man ausweichen muss. Hier und da kommen Adds. Aber das ist auch weit entfernt von dem was 2016 möglich wäre und ist.

 

Meh?

Nun könnte jemand ankommen und sagen: „Hey dein geliebtes Borderlands hat auch viele dieser Fehler und trotzdem spielst du es extrem gern.“

Und da muss ich zugeben, ja das stimmt. Doch Borderlands hat zum einen eine Story die fesselt. Selbst das schwache Pre-Sequel hatte noch eine gute Story. Dazu kommen die Unmengen an Waffen. In Borderlands kommt es weniger auf die Skills an sondern die Waffen verändern ständig das Spielgefühl. Einige davon auf sehr extreme Art und Weise. In Devilian sind die Waffen und die ganze Ausrüstung aber nicht viel mehr als Statuspunkte. Nur selten verändern sie etwas am Spielgefühl und wenn dann nicht genug um relevant zu sein.

 

Damit würde ich Devilian abschließend vielleicht nicht als total schlechtes Spiel abstellen. Aber als ein Spiel ohne Seele. Es gibt einfach nichts was mich daran fesselt. Jedes Element ist für sich nicht besonders gut und auch in der Summe macht es nicht wirklich Spaß. Man kann es spielen aber… es zieht mich nicht in seinen Bann.

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